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Samstag den 4. Mai 2013 Sonntag den 5. Mai 2013 Montag den 6. Mai 2013 Presse zur 900 Jahr Feier

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Sonntag den 5. Mai 2013

Auch am Sonntag, herrliches Wetter. Der Tag begann mit einem Festgottesdienst in Mundart.
Um 11:00 Uhr wurde der historische Markt eröffnet. Zahlreiche Stände und ein umfangreiches Programm präsentierte sich den vielen Besuchern.
So gab es viel zu sehen:
- Kunsthandwerk
- Feldschmiede, Peter Kentenich, Roisdorf
- Gedenkmedaillenpresse, Elmar Reiffert, Roisdorf
- Glasbläserei, Hans Mangels, Roisdorf
- Holzspielzeug und Schiefertafeln, Kazik Gmys
- Intarsien-Arbeiten, Luc Duval, Roisdorf
- Essen und Trinken
- An allen Tagen: „Leckeres zu müffele“(Achim Reske und Andreas Tillmann)
- Cafeteria, Bäckerei Nelles, Roisdorf
- Fahrbare Brotbäckerei, Cornelius Sickert, Roisdorf
- Landwirtschaftliche Produkte, Hofladen Mandt, Alfter
- Landwirtschaftliche Produkte, Düx, Roisdorf
- Obstbauer Schmitz-Hübsch, Merten
- Obstweine Peter Lützler, Bornheim
- Roisdorfer Düwel und Roisdorfer Mineralwasser, Heimatfreunde Roisdorf
- Roisdorfer Wein, Ewald Klein, Roisdorf und Dr. Manfred Sedlak, Hürth
- Senfspezialitäten, Monschauer Senfmühle
- Ziegenprodukte, Ziegenhof Rösberg

Die Musikfreunde präsentierten sich bei einem musikalischen Frühschoppen.

Familien- und ein großes Kinderprogramm war ein Hauptthema an diesem Tage.
Bei :
- Basteleien mit Filz, Pfarrausschuss St. Sebastian Roisdorf
- Kinderschminken, Evangelische Freikirche Bornheim
- Malecke mit Mittelalterbildern, Evangelische Freikirche Bornheim
- Mittelalterspiele, Evangelische Freikirche Bornheim
- Märchenerzählerin, Christa Saamer, Bornheim
- Nägelkloppen, Paulusverein Roisdorf
- fremitus, Dudelsackgruppe mit mittelalternativer Musik, Koblenz
- Rahmkamellche, Gesangsformation der Tannebüscher Jecke, Bonn
- Saitensprung-Ensemble, Mandolinen-Gitarren-Quartett, Wesseling
- Ausstellung Roisdorf und die Luftfahrt
war sicherlich für jedes Kind etwas dabei. Aber auch die Erwachsenen hatte ihre Freude an diesem umfangreichen Programm.

Der Höhepunkt des Tages war natürlich der historische Festzug.

Das Roisdorfer Ortsjubiläum führte einen anderen historischen Festzug als allgemein üblich durch: Es waren ausschließlich die Roisdorfer Kinder, die Szenen aus der Geschichte des Dorfes darstellten - von der Vorgeschichte bis heute. Mit großem Engagement hatten sich die Kinder der Roisdorfer Kindertagesstätten (Baumhaus, Lummerland, Regenbogen, St. Sebastian), der Sebastian-Grundschule und der Ministrantengruppe hierauf vorbereitet. Sie haben sich mit der jeweiligen Zeit, die sie präsentieren wollen, beschäftigt. Gemeinsam mit ihren Erziehern, Lehrern und Eltern hatten sie Kostüme genäht und Gerätschaften gebastelt. Eine mehr als lobenswerte Leistung.

Der Zugweg führte von der
- Sebastian-Grundschule
über den
- Johann-Heister-Weg
- Lucie-Simon-Weg
- Sebastianusweg
- Brunnenallee
- Brunnenstraße
- Siegesstraße
- Heilgersstraße
bis hin zum Festzelt auf dem Dorfplatz.

Ein wunderbar zusammengestellter Zug mit folgenden Gruppen begeisterte die mehr als zahlreichen Besucher am Straßenrand.

Drehorgelspieler

1. Vorgeschichtliche Siedler, 500 v.Chr.
Seit jeher bot das Vorgebirge mit seinen fruchtbaren Böden und seinem günstigen Klima ideale Lebensbedingungen. Älteste Spuren von Menschen, die hier lebten und arbeiteten, sind Hügelgräber auf den Höhen über Roisdorf, die in der Bronzezeit über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren hinweg dort angelegt wurden. Man nannte sie später „Düwelsschollen“, da man sie als Hinterlassenschaft finsterer Heiden mied.

2. Römer am Mineralbrunnen, 100 bis 400 n.Chr.
Bereits die Soldaten und Einwohner der römischen Städte Bonn und Köln schätzten das mineralreiche Wasser des hiesigen Sauerbrunnens. Um die Götter, denen man die Heilkraft zuschrieb, gewogen zu stimmen, warf man ab dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. kleine Münzen in den Brunnenschacht. Der Brunnen war auch nach der Römerzeit als Dorfbrunnen beliebt, auch wenn man als gute Christen natürliche keine Opfergaben mehr in ihn warf.

3. Angehörige des Dietkirchener Hofes, 1113 n.Chr.
Mit einer Urkunde für das Weingut, welches das bei Bonn gelegene Frauenkloster Dietkirchen betrieb, tritt Roisdorf im Jahre 1113 erstmals ins Licht der Geschichte, auch wenn der Ort gewiss wesentlich älter ist. Die Angehörigen des sog. Fronhofverbandes ließen sich mit der Urkunde ihre Befreiung von der klösterlichen Leibeigenschaft bestätigen. Es ist schön, dass die ersten Roisdorfer, deren Namen wir kennen, stolz auf ihre Freiheit waren und sie zu behaupten wussten.

Fanfarencorps “Rot Weiss” Flerzheim 1974 e.V.

4. Sage von der Wolfsburg, Ende 12. Jh.

Auch wenn der Name „Wolfsburg“ tatsächlich auf den Namen eines sie im 17. Jh. besitzenden Geschlechts zurückgeht, so ist die Sage von der Wolfsburg, die man später in einer Ballade festhielt, doch viel spannender: Ein Bornheimer Ritter rettete, vom Kreuzzug zurück-kehrend, dort sein einziges Kind aus den Fängen eines Wolfes und gelobte, an dieser Stelle eine Burg zu erbauen, um das Land von der Wolfsplage zu befreien.

5. Ritter von Roisdorf, 14. und 15. Jh.
Auch wenn Roisdorf im Spätmittelalter zur sog. Herrlichkeit Alfter gehörte, so ist doch ab dem 14. Jahr-hundert ein eigenes, sich nach Roisdorf benennendes Rittergeschlecht bezeugt, das auf dem Donnerstein, in der später „Sterffelshof“ genannten Burganlage lebte. Bedeutendster Spross dieses Geschlechts war Paul von Rusdorf, der von 1422 bis 1441 segenreich als Hochmeister des Deutschen Ordens an der Ostsee wirkte. Mit ihm starb das Geschlecht dann allerdings aus.

6. Freibeuter aus dem Villewald, 16. Jh.

Das 15. bis 17. Jahrhundert war eine besonders unsichere Zeit, in der das Vorgebirge immer wieder von Kriegsvolk und Räuberbanden verwüstet wurde. Der unzugängliche Villewald oberhalb von Roisdorf war ein ideales Rückzugsgebiet für solche Truppen, deren prominenteste gewiss die des Söldnerführers Martin Schenk von Nideggen war, der sich während des „Truchsessischen Kriegs“ 1587 dort verschanzte, um seine Gegner in Bonn und Umgebung anzugreifen.

7. Insassen des Siechenhauses, 17. Jh.
Der Name „Siegesstraße“ verweist auf ein sog. „Sieches“, also auf ein Leprosenhaus, das einst an der Stelle des heutigen Roisdorfer Friedhofs lag. In diesem Gehöft fristeten von Lepra und anderen Seuchen befallene Menschen ihr Leben. Um Ansteckung zu vermeiden, war das Haus abseits des Dorfes, doch direkt an der Bonner Straße gelegen, damit die Vorbeiziehenden milde Gaben den Opferstock des dem Siechenpatron St. Sebastian geweihten Kapellchens werfen konnten. Dieses war Vorgänger der heutigen Heiligenhäuschens.

Schützenkapelle Bornheim e.V.


8. Beethoven am Mineralbrunnen, Ende 18. Jh.
Gleich nachdem 1772 der Student Franz Wilhelm Kauhlen die Heilkraft des Roisdorfer Mineralwassers wissenschaftlich nachgewiesen hatte, ließen die Eigentümer des „Sauren Borns“, die Alfterer Grafen von Salm-Reifferscheidt-Dyck, die Brunnenanlagen ausbauen, und man begann mit dem Wasserversand in alle Welt. Für die Erholungssuchenden aus den Städten, die sich bald einfanden, gab kein Geringerer als der junge Ludwig van Beethoven Kurkonzerte.

9. Eine eigene Dorfschule, 1836
Bereits unmittelbar nachdem das Rheinland zu Preußen gekommen war, betrieben die Behörden die Einrichtung einer eigenen Dorfschule für Roisdorf. Als erste Lehrer wirkten dort junge Roisdorfer, so der begabte Landwirtssohn Hilger Thiesen. Nachdem der Unterricht zunächst provisorisch in einem Tanzsaal und in einer Töpferei abgehalten worden war, errichtete man 1836 ein eigenes Schulhaus in der Brunnenstraße, für dessen Bau man ein altes Gesindehaus der Wolfsburg wieder verwendete.

10. Bau der Bonn-Cölner-Eisenbahn, 1844
Für die zahlreichen Kurgäste, die sich in den 1830er/ 40er Jahren einfanden, richtete der Brunnenpächter und Bornheimer Bürgermeister Gerhard von Carnap eine eigene Roisdorfer Station der neuen Bonn-Cölner-Eisenbahn ein, in direkter Nachbarschaft zu Kurhaus, Kurhotel und Kurpark. Zwar zerschlugen sich die hochfliegenden Kurortpläne aus finanziellen Gründen, doch war mit der Bahnanbindung die Grundlage für die Ansiedlung von Industrie vor Ort geschaffen.

Tambourcorps Dersdorf e.V.

11. Sandgräberei/ Brunnen/ Lederfabrik, 19. Jh.
Im 19. Jahrhundert ging man in Roisdorf allmählich vom Weinbau ganz auf den Obst- und Gemüseanbau über. Neben der Landwirtschaft florierte aber auch im-mer stärker das Gewerbe. Dies betraf den Verkauf des an den Hängen über dem Ort abgebauten weißen Quarzsandes, den Brunnenbetrieb, bei dem man sich erfolgreich auf den Versand konzentrierte, sowie die im ehemaligen Kurhaus eingerichtete Gammersbach‘ sche Gerberei- und Lacklederfabrik.

12. Gründung der Pfarrgemeinde, Ende 19. Jh.
Die rasch anwachsende Bevölkerungszahl ließ im 19. Jahrhundert den Wunsch nach einer eigenen, von Alfter unabhängigen Pfarrgemeinde immer stärker wer-den. War schon Ende des 18. Jahrhunderts eine kleine Sebastianuskirche am Lindenberg errichtet worden, so ging man dort – trotz behördlicher Widerstände – nun an den Bau einer großen Pfarrkirche, dies weitgehend in Eigenleistung der Roisdorfer. Die offizielle Gründung der Pfarrgemeinde erfolgte im Jahre 1891.

13. Obst- und Gemüseversteigerung, 1920er Jahre
Der genossenschaftliche Gedanke, der sich auch in der Gründung einer Spar- und Darlehenskasse in Roisdorf zeigte, bewog die Landwirte des Vorgebirges, die Vermarktung ihrer Erzeugnisse in die eigene Hand zu nehmen und statt der beschwerlichen Marktgänge nach Köln und Bonn bei der Roisdorfer Bahnstation eine Obst- und Gemüseversteigerung einzurichten. Diese florierte bald, auch dank modernster technischer Einrichtungen wie einer elektrischen Versteigerungsuhr.

Dudelsackgruppe “fremitus”

14. Jede Menge Vereine, 1919-1939

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war in Roisdorf geprägt von dem Aufblühen der Roisdorfer Ortsvereine. Hatten sich bereits seit dem 19. Jahrhundert St. Sebastianus-Schützen, Kriegerverein und Paulusverein gegründet, gab es Kirchenchor und Feuerwehr, so kamen nun kirchliche Jugendgruppen hinzu, ebenso der Turn- und Spielverein (TuS), der Mandolinenclub (heute Musikfreunde), der Theaterverein, der Gesangverein Melodia, das Damenkomitee Germania …

15. Die Glocken sind wieder da, 1948
Zwar blieb Roisdorf weitgehend unzerstört, doch hatten viele Familien durch Krieg und Gewaltherrschaft Angehörige verloren. Flüchtlinge aus dem Osten such-ten hier in der für alle entbehrungsreichen Nachkriegszeit eine neue Heimat. Hoffnungsvolles Zeichen eines Neuanfangs war jedoch, dass als Ersatz der für Kriegszwecke eingezogenen Kirchenglocken ein neues Geläute beschafft werden konnte. In einem wahren Festzug des ganzen Dorfes holte man die Glocken vom Bahnhof ab.

16. „Su senn mir all he hin jekomme... “, bis heute
Roisdorf blühte in der Folge auf, auch wenn die Landwirtschaft gegenüber Gewerbe und Handel an Bedeutung verlor. Das Ortsbild veränderte sich stark durch ausgedehnte Neubauviertel, Einkaufszentren, Gewerbegebiete. Es verstärkte sich der Zuzug von Menschen buchstäblich aus aller Welt. Alteingesessene und Neubürger in unserem einst wie heute liebenswerten Ort zu einem lebendigen Gemeinwesen zu vereinen, bleibt eine lohnende Aufgabe.

Sprinter mit Musikanlage

(Quelle Homepage Heimatfreunde Roisdorf)

Am Festzelt kommentierte Diakon Adi Halbach den vorbeiziehenden Zug und lobte die Kinder für Ihren Einsatz.

Nach diesem herrlichen Ereignis, wartete eine weitere Überraschung auf die Kinder im Festzelt. Der zaubernde Diakon Winfried Reers aus Rheinbreitbach begeisterte die Kinder mit seinen Künsten der Zauberei.

Schöne Aufnahmen finden Sie in den folgenden Galerien. Ein Dank an die Fotografen Wolfgang Junker und Hans Peter Schmidt.

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© Fotos Wolfgang Junker

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© Fotos Hans Peter Schmidt

Gefeiert wurde bis in die späten Abendstunden. Wieder einmal ein wunderbarer Tag, dass war die einstimmige Meinung der zahlreichen Besucher.

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